Winzer im Porträt: Giacomo Conterno – Warum dieser Name Barolo für immer geprägt hat

Winzer im Porträt: Giacomo Conterno – Warum dieser Name Barolo für immer geprägt hat

Winzer im Porträt: Giacomo Conterno

Es gibt Weingüter, die groß sind, weil sie erfolgreich sind.
Und es gibt Weingüter, die erfolgreich sind, weil sie groß sind.

Giacomo Conterno gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Wer sich ernsthaft mit Barolo beschäftigt, kommt an diesem Namen nicht vorbei. Nicht wegen Marketing, nicht wegen Social Media, sondern wegen einer kompromisslosen Haltung, die den Stil einer ganzen Region geprägt hat.

Dieser Artikel richtet sich nicht an Schnellleser. Sondern an Menschen, die verstehen wollen, warum Giacomo Conterno bis heute als eine der höchsten Instanzen im Piemont gilt.


Die Wurzeln: Barolo, bevor Barolo „modern“ wurde

Das Weingut Giacomo Conterno wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet – zu einer Zeit, in der Barolo noch ein rustikaler, kantiger Wein war. Kein weichgespültes Prestigeprodukt, sondern ein langlebiger, manchmal unbequemer Ausdruck von Nebbiolo.

Der eigentliche Wendepunkt kam mit Giovanni Conterno, der nach dem Zweiten Weltkrieg einen klaren Gedanken verfolgte:

Barolo darf nichts vorgaukeln, was er nicht ist.

Statt auf frühe Trinkreife setzte er auf:

  • extrem lange Maischegärungen

  • konsequenten Ausbau im großen Holzfass

  • maximale Extraktion von Struktur, Tannin und Tiefe

Damit legte er den Grundstein für einen der langlebigsten Weinstile der Welt.


Serralunga d’Alba – Kraft statt Charme

Giacomo Conterno ist untrennbar mit Serralunga d’Alba verbunden. Dieser Teil des Barolo-Gebiets steht für:

  • eisenhaltige Böden

  • hohe Tanninstruktur

  • enorme Spannung

  • langsame Reife

Während andere Zonen früher zugänglich wirken, brauchen Serralunga-Weine Zeit. Genau diese Zeit gibt Giacomo Conterno seinen Weinen – ohne Ausnahme.

Das Ergebnis sind Baroli, die nicht gefallen wollen, sondern fordern. Und genau darin liegt ihre Größe.


Monfortino – ein Mythos mit Substanz

Der Barolo Riserva Monfortino ist kein Prestigeprojekt. Er ist ein Prinzip.

Was ihn so besonders macht:

  • Er wird nur in außergewöhnlichen Jahren produziert

  • Er reift viele Jahre im großen Holzfass

  • Er kommt extrem spät auf den Markt

  • Er ist kompromisslos traditionell

Monfortino ist kein Wein, den man „öffnet“. Man begegnet ihm. In der Jugend wirkt er oft verschlossen, fast streng. Mit Reife jedoch entfaltet er eine Tiefe, die ihresgleichen sucht: Teer, Rosen, Trüffel, Kräuter, Eisen, Erde – ein ganzes Piemont im Glas.

Viele Kritiker nennen ihn einen der größten Weine der Welt. Entscheidend ist aber etwas anderes:
Er bleibt sich selbst treu – unabhängig von Trends, Punkten oder Erwartungen.


Tradition weitergedacht: Roberto Conterno

Mit Roberto Conterno übernahm in den 1990er-Jahren die nächste Generation das Weingut. Und hier zeigt sich wahre Größe: Weiterentwicklung ohne Identitätsverlust.

Was sich subtil verändert hat:

  • präzisere Weinbergsarbeit

  • klarere Fruchtdefinition

  • minimal mehr Zugänglichkeit in der Jugend

Was sich nicht verändert hat:

  • lange Maischestandzeiten

  • große Holzfässer

  • Geduld statt Technikspielerei

  • kompromisslose Qualitätsauswahl

Giacomo Conterno ist heute vielleicht präziser – aber niemals moderner im oberflächlichen Sinn.


Kein Wein für jeden – und genau deshalb wichtig

Man muss ehrlich sein:
Giacomo-Conterno-Weine sind keine Crowdpleaser.

Sie sind:

  • anspruchsvoll

  • strukturiert

  • tanninreich

  • auf Jahrzehnte ausgelegt

Das macht sie ungeeignet für den schnellen Genuss. Aber perfekt für Menschen, die Wein nicht konsumieren, sondern erleben wollen.

Diese Weine belohnen:

  • Geduld

  • Aufmerksamkeit

  • Wissen – oder Neugier


Warum Giacomo Conterno bei Tuttolomondo steht

Tuttolomondo steht nicht für Beliebigkeit. Sondern für Herkunft, Haltung und Charakter.

Giacomo Conterno passt genau deshalb ins Sortiment:

  • kein Marketingwein

  • keine laute Story

  • keine Effekthascherei

Stattdessen: Substanz, Tiefe und absolute Konsequenz.

Diese Weine sind keine Empfehlung für „heute Abend spontan“.
Sie sind eine Einladung, sich mit Barolo ernsthaft auseinanderzusetzen.


Fazit: Barolo in seiner reinsten Form

Giacomo Conterno ist kein Weingut, das man einfach „mag“.
Es ist eines, das man respektiert – und irgendwann liebt.

Wer verstehen will, was Barolo wirklich bedeutet, kommt an diesen Weinen nicht vorbei. Sie erzählen keine laute Geschichte. Aber sie erzählen eine wahre.

 

 

Häufige Fragen zu Giacomo Conterno

Was macht Giacomo Conterno so besonders?
Giacomo Conterno steht für kompromisslosen, traditionellen Barolo aus Serralunga d’Alba. Lange Maischegärung, große Holzfässer und extreme Geduld prägen den Stil.

Warum ist der Barolo Monfortino so teuer?
Der Monfortino wird nur in außergewöhnlichen Jahrgängen produziert, reift viele Jahre im Fass und kommt extrem spät auf den Markt. Qualität und Seltenheit bestimmen den Preis.

Wie lange kann man Barolo von Giacomo Conterno lagern?
Viele Weine, insbesondere der Monfortino, besitzen ein Reifepotenzial von 20 bis 40 Jahren und entwickeln mit Zeit enorme Tiefe.

Ist Giacomo Conterno für Einsteiger geeignet?
Nein. Die Weine sind strukturiert, tanninreich und anspruchsvoll. Sie richten sich an erfahrene Genießer und Sammler.